Sprachförderung

Das Sprachkonzept und individiuelle Sprachförderung unserer Kitas zeigt Möglichkeiten für eine ganzheitliche sowie individuelle Sprachentwicklung. Sprachliche Bildung findet nicht zu bestimmten Zeiten statt, sondern alltagsintegrierend während des ganzen Tages.

In der Kita bieten sich viele Spiel- und Alltagssituationen an, in denen sprachliche Bildungsprozesse herausgefordert werden. Dies ist eine allumfassende Aufgabe unserer pädagogischen Arbeit im Krippenbereich sowie mit unseren 3 – 6 -jährigen Kindern. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, bietet das Kita-Team den Kindern ein motivierendes Sprachumfeld. Dies zeigt sich in der Auswahl der Spielmaterialien und Gestaltung unserer Räume.

In unserer alltagsintegrierenden sprachlichen Bildung geht es um Sprache im freien Spiel, um Sprache im Prozess des entdeckenden Lernens und um Sprache im sozialen Miteinander. Aber auch der Aspekt gezielter Sprachförderung anhand von ausgewählten Fördermaterialien ist ein Teil unserer Arbeit. Viele Kinder in der Metropolregion und in unseren Kitas haben einen Migrationshintergrund und erhalten in ihrem familiären Umfeld nicht immer genug Möglichkeiten, mit der deutschen Sprache in Berührung zu kommen. Diesen Kindern wollen wir frühzeitig und gezielt Unterstützung in ihrer sprachlichen Entwicklung anbieten.

In Bezug auf die Schwerpunkte der täglichen Arbeit haben sich die begleitenden Pädagogen ein achtsames Sprachverhalten angeeignet, sie verwenden Sprache bewusst und in hohem Maße adressatenorientiert, strukturiert und korrekt (natürlich auch spontan und humorvoll…), so dass man sich an ihnen orientieren kann. Das wollen wir genauer erklären: Hier soll aufgezeigt werden, welche Arbeitsfelder für die Sprachentfaltung in unserer Kita gestaltet wurden. Was macht die Sprachkultur in unserer Kita aus? Das Sprachvorbild der pädagogischen Fachkräfte!

Diese achten darauf, dass sie

  • in vollständigen Sätzen sprechen.
  • einfache Worte auswählen.
  • Wörter langsam und deutlich aussprechen.
  • Zuhören und sich Einfühlen.
  • wertschätzend korrigieren.
  • Vorlesen.
  • Schriftzeichen entschlüsseln.
  • Erzählrunden, Morgenkreise, Tischgespräche gestalten

Sinneswahrnehmung

Wir legen Wert auf die Sprachliche Bildung über Sinneswahrnehmung. Kinder erleben, erkennen, benennen. Sie hören und horchen, schmecken und riechen, tasten, spüren und greifen, sehen und schauen. In der Bewegung entdecken und improvisieren sie und lernen sich selbst zu empfinden und ihr Gleichgewicht in der Welt zu halten.

Wahrnehmung ist die Bewusstwerdung dessen, was uns die Sinne eingeben. Es geht nicht nur um die Aufnahme, sondern auch um die Verarbeitung von Sinnesreizen im Gehirn. Nur das, was wir aufnehmen und verarbeiten, können wir sinngemäß versprachlichen. Was nicht erfahren und erlebt wird, kann vom kleinen Kind nicht gedacht werden und findet nicht in die Sprache. Wahrnehmung, Bewegung, Sprache und Denken sind eng miteinander vernetzt. Über das Handeln, das Experimentieren und Ausprobieren -durch das freie Spielen ganz allgemein - findet das Kind zur Sprache.

Die Spielentwicklung ist eng gekoppelt an die Sprachentwicklung. Beides gründet auf einer gesunden Sinneswahrnehmung. Ein kreatives Spielverhalten ist die Grundlage für eine lebendige und differenzierte Sprachentfaltung. Die Gestaltung der Räumlichkeiten, ein entsprechendes Spielmaterial und das Experimentieren mit Wasser, Sand, Erde und anderen Naturmaterialien sollen dazu beitragen, ebenso das wöchentliche Sportangebot und die regelmäßigen Ausflüge, Musik und Bewegung. Jede Sprache hat ihren ganz eigenen Sprachrhythmus und ihre Sprachmelodie. Singen, Reime, Kreistänze und Spiele tragen dazu bei, den Kindern Rhythmus und Melodie der deutschen Sprache zu vermitteln. Das Erlernen von Versen und Reimen fällt leichter, wenn die Texte von Melodie und Bewegungen getragen werden. Zum Rhythmus wird sich z.B. gedreht, es wird geklatscht und gestampft.
Fragen zum Entwicklungsstand

Mit dem Eintritt in die Kita erhält jedes Kind ein Sprachlerntagebuch. Es dokumentiert die deutsche Sprachentwicklung des Kindes, dient als Beobachtungsinstrument und bietet vielfältige Sprachanlässe. Es begleitet das Kind durch die Lebensphase des Kitabesuchs bis zur Einschulung. Es gehört dem Kind und wird ihm mitgegeben, wenn es die Kita verlässt.
Mathematische und naturwissenschaftliche Grunderfahrung.
Mathematik ist das abstrakte Ordnen der alltäglichen Phänomene, man findet sie daher eher am Anfang eines imaginären Weges von der Sprache zur Naturwissenschaft. Sie findet sich in Mustern, Reihenfolgen, Rhythmen, Wiederholungen und Mengen. Sie bietet Orientierung und verlässliche Strukturen. Die Auseinandersetzung mit Größen, Formen, Gewichten und Mengen geschieht im Alltag. Im Herbst sammeln wir Kastanien. Sie werden gezählt und weggenommen (Subtraktion) und wieder dazugelegt (Addition), von einem Behältnis ins andere geschüttet (Transferfähigkeit). Konfrontiert mit den Grundelementen Erde, Feuer, Wasser und Luft erschließen sich die Kinder die Welt. Ton, Papier, Farbe, Holz, Metall, technische Geräte, Objekte aller Art und alle denkbaren Phänomene, auf die sie treffen - Auf diesem Weg entwickeln sie Fragen und Hypothesen dazu, wie alles funktioniert und zusammenpasst.